Eine Rucksacktour an Irlands Westküste

Freitag, 6.Juni: Lisdoonvarna



© 1998 - 2002 Friedhelm Stille

Das Nieseln der Nacht hat sich zum Landregen entwickelt. Ich höre den Regen, noch ehe ich ganz wach bin und die Augen öffne. Dumm, denke ich, daß ich keine Regenjacke dabei habe. Und: Daß das jetzt bloß nicht für den Rest des Urlaubs weiter regnet.

Doolin Road Auf Doolins einziger Straße geht es landeinwärts in Richtung Lisdoonvarna, und dann wieder auf die Küste zu. Unbewachsener, steinerner Boden zieht sich endlos dahin. Hier gibt es keine Graskoppeln mehr, und weidende Schafe oder Kühe, sonst überall auf bis an den Atlantik reichende Koppeln anzutreffen, sucht man vergeblich. Keine Pubs und Besucherzentren. Keine best points to take pictures. Diese monotone Steinigkeit wertet man entweder als einzigen großen best point oder nicht. Gesamtkunstwerk oder Wüste. So etwas muß man mögen oder es sein lassen. Bei sonnigem, stabilen Wetter bis hoch zum Black Head wandern und dann weiter bis Ballyvaughan und dann mit dem Bus zurück, diesen Plan können wir heute leider nicht umsetzen. Kurz vor Dereen dann ein heftiger Schauer. Olli wechselt Anorak gegen Regenjacke und leiht mir jenen. Meine Jeansjacke ist jetzt hier wirklich fehl am Platz. So geht es auf der nahen Landstraße ostwärts auf ein Waldgebiet zu, dem einzigen hier in der Gegend. Auf diese Weise sind wir wenigstens vor dem Atlantikwind geschützt.

Strassenrand bei Doolin Bis nach Lisdoonvarna hin begleitet uns dann der Nieselregen, um dann unvermittelt in Platzregen überzugehen. Schutz finden wir in einem Pub, und da gibt's dann auch Kaffee für mich und Tee für die beiden andern. Und später Harp und Guinness. Wäre da nicht dieser alberne Landregen, wir brächen wieder zu Fuß auf zurück nach Doolin. So aber warten wir auf den Bus.

Cliffs of Moher Moher. Zu den Klippen hier werde ich immer wieder zurückkehren. Für eine Wanderung durch den Burren braucht es auch mehr als einen Tag, zwei mindestens. Die Region gewinnt an Tiefe, bringt man Zeit und Muße mit. Mit einem Wagen geht es viel bequemer, das sehen auch viele Füße so. Und der Regen bleibt draußen. Leider auch der unmittelbare Kontakt zu den Dingen ringsum. Landschaft im Burren

Und dann wäre da noch dieses riesige Pub rechts der Straße, die vom Kai am Campingplatz vorbei hinein nach Doolin fährt. So ungefährt muß das Hofbräuhaus aussehen. Kellner wieseln durch die Gänge und wischen auf den Tischen herum. Von irgendwo her dringt Bayerisches zu uns an den Tisch. Das Harp ist unverändert gut. Ich gehe dennoch früh heute abend und lasse Olli und Eckehard zurück. Mein Körper verlangt nach ein paar Stunden zusätzlichen Schlafes. Weiter...